Selbstkritik

Sich selbst fertigmachen – hör‘ auf mit Selbstkritik!

Gerade wir Deutschen lieben es, uns selbst fertig zu machen – ich selbst bin auch so ein Meister der Selbstkritik. Meist wird dieses Verhalten von unserer Umwelt übernommen, von anderen Menschen, die uns kritisieren. Mag sein, dass diese Menschen aus ihrer Sicht allen Grund dafür haben, über uns oder etwas, das wir getan haben, unglücklich oder sogar verärgert zu sein. Das heißt aber nicht, dass wir uns selbst auch noch gleich ärgern und uns fertigmachen müssen. Das ist komplett destruktiv und bringt überhaupt nichts.

Und im Rest der Zeit gibt es schon dreimal keinen Grund, uns fertig zu machen. Wenn etwas nicht passt, verändere es! Es ist viel konstruktiver und hilfreicher (für Dich selbst und die Welt), wenn Du in einen positiven inneren Dialog einsteigst, als in einen negativen.

Wann Selbstkritik sinnvoll ist

Selbstverständlich gibt es – genau wie bei Kritik anderer oder einer Situation – die gute Seite der Selbstkritik. Das ist immer dann der Fall, wenn Kritik konstruktiv ist und Dir selbst weiterhilft. Immer, wenn Du ganz klare nächste Schritte zur (eigenen) Veränderung formulieren kannst und diese Schritte dann auch beherzt angehst, ist alles in Ordnung.

Love it, change it or leave it

Der gute alte, etwas ausgelutscht wirkende Spruch wirkt häufig etwas überstrapaziert. Das macht ihn deshalb nicht weniger wahr. Es gibt in der Tat nur diese drei sinnvollen Wege, mit einer suboptimalen Situation umzugehen.

  1. Entweder können wir uns mit der Situation anfreunden, sie gar lieben lernen. Wenigstens akzeptabel muss es dann doch sein. Ein Klassiker ist beispielsweise eine Unzufriedenheit mit sich selbst oder der eigenen Lebenssituation. Kann ich mich damit anfreunden, kann ich mit den eigenen Schwächen und Fehlern zu leben lernen?
  2. Alternativ gibt es häufig (aber nicht immer) die Möglichkeit, die Dinge zu verändern. Das bester Beispiel sind wir selbst. Das ist eine unserer großen Stärken von uns Menschen, dass wir uns selbst praktisch immer ändern können. Angela Merkel’s Unwort „alternativlos“ sollten wir zumindest bei uns selbst nicht gelten lassen. Es existiert immer eine Alternative. Was von den Jammerlappen oft vergessen wird: Wir müssen es dann eben auch angehen, die Veränderung initiieren!
  3. Und schließlich bleibt uns immer auch der Weg, das System zu verlassen. Häufig mögen wir nur nicht die damit verbundenen Konsequenzen tragen, aber verlassen ist immer eine Option.

Nicht jammern – machen!

Zum Schluss noch einmal mein Appell: Der übliche innere Dialog ist ja der eines Jammerers – destruktives „Sich-selbst-fertigmachen“ statt konstruktiver Umgang mit wichtigen positiven Veränderungspotenzialen. Die wichtigsten Fragen – in Anlehnung den obigen Dreischritts sind:

  • Wie kann ich mich (das System) verändern? Wie genau kann ein erster Schritt aussehen? Was braucht es/brauche ich dazu?
  • Wie kann ich die Situation für mich verändern, damit ich sie schätzen lerne (ohne in zu viel „Welt schönreden“ zu verfallen)?
  • Will ich die Situation/das System verlassen? Was sind die Konsequenzen und bin ich bereit, diese zu tragen?