Fokus

Fokus – banal oder unterschätzt

Auf der gut gemachten Coaching-Plattform COACHIMO läuft gerade eine hübsche Weihnachtsaktion. Ich wurde gefragt, ob ich nicht auch eine kostenlose Coaching-Stunde beisteuern möchte und sagte spontan zu. Ich sollte zwei kurze, prägnante Coaching-tipps geben und einen davon möchte ich hier ein wenig weiter ausführen: FOKUS.

Fokus – banal und gleichzeitig unterschätzt

Fokus ist für die meisten von uns völlig banal und aus meiner Sicht gleichzeitig eines der am meisten unterschätzten Themen, wenn es um persönliche Weiterentwicklung geht.

Ich mache das gern an einem mir sehr bekannten Thema fest – dem Leistungssport. Hier kenne ich mich seit über 30 Jahren sehr gut aus, bin mit einigen Profi-Sportlern persönlich befreundet und weiß, was funktioniert und was nicht funktioniert. Die Parallelen zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Businesswelt könnten kaum größer sein.

Ein Beispiel: Wenn mich einer meiner weniger ambitionierten Amateur-Sportfreunde fragt, ob ich mit ihm trainieren möchte, hört sich das ungefähr so an: „Jörg, willst Du morgen mit mir radeln gehen? Am frühen Nachmittag würde es mir am besten reinpassen – vielleicht so circa zwei Stunden?“ Ein Profi stellt eine völlig andere Frage: „Jörg, ich habe für morgen ein Trainingseinheit im Trainingsplan stehen. 1½ Stunden, 15 Minuten einfahren, 15 aus. Dazwischen eine Stunde K3 am Berg. 45 Umdrehungen, Puls unten halten. Hast Du Lust?“

Der feine Unterschied: Sinn & Bedeutung

Zwischen diesen beiden Aussagen liegen Welten. Und mittelfristig ist das einer der Hauptunterschiede, warum der Profi damit Geld verdienen kann und der Amateur im unteren Drittel der Ergebnisliste zu finden ist. Willst Du vorne mitspielen oder reicht Dir das Mittelmaß? Wenn Du mit den „Top Dogs“ pinkeln willst, musst Du FOKUS in Deinen Tagesablauf bringen. Spezifische Trainingseinheiten führen zu (weitgehend) vorhersagbaren Ergebnissen. Genau so führen immer wieder besonders wichtige, zentrale Aufgaben in Deinem Tagesablauf – regelmäßig sauber ausgeführt – zu weitgehend vorhersagbaren Ergebnissen.

Wer Erfolg will, muss mehr der wichtigen Dinge tun

Du hast sicher schon vom Pareto-Prinzip oder der 80/20-Regel gehört. Das geht in diese Richtung. Was sind diese zentralen Stellschrauben, die Dich persönlich und geschäftlich weiterbringen. Beim Aufspüren kann Dir ein Coach helfen und Dir eine Menge Zeit sparen. Was sind aber auch auf der anderen Seite Dinge, die Dich eben nicht voranbringen. Mit was verplemperst Du Deine Zeit (und wir tun es alle – die Erfolgreichen einfach weniger)? Im Leistungssport nennt man das dann „Junk Miles“ (Kilometer für den Mülleimer). Sie stehen zwar im Trainingstagebuch, bringen aber bestenfalls nichts (nullwertig), machen Dich schlimmstenfalls aber sogar müde, ausgelaugt und verletzunhsafällig. Das gleiche Prinzip gilt im persönlichen- wie im Geschäftsleben. Du bist ständig fertig am Ende des Tages, fühlst Dich vielleicht gestresst? Was sind Deine persönlichen Junk Miles? Welche Aufgaben hättest Du leicht weglassen können ohne Veränderung des Ergebnisses? Lass‘ sie weg! Schneide das unnötige „Fett“ weg, dass Dich nur ermüdet und Dir Zeit für wichtigere Dinge stiehlt!

Fragen, die Du Dir stellen kannst

  • War ich heute nur „beschäftigt“ oder wirklich produktiv?
  • Was sind die nachweisbaren Ergebnisse meines Tages?
  • Führen mich diese Ergebnisse hin zu meinen Zielen?
  • Gibt es etwas (z.B. eine Fähigkeit), in dem ich mich heute verbessert habe?
  • Gibt es eine Sache, die, wenn ich sie tue, mir insgesamt das Leben leichter oder gar andere Dinge überflüssig macht?

Vielleicht möchtest Du mit einem Erfolgs-Tagebuch beginnen, in dem Du Dir am Tagesende notierst, was genau Du erreicht hast, was Du erfolgreiche erledigst hast und wo und auch welche Art Du Dich weiterentwickelt hast. Viel Spaß dabei! Hau‘ rein!